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Das Fellorgan

Vorbemerkung:
Jeder ist ein Spezialist für das seine.
Christoph Bochdansky an der
exakten experimentellen Arbeit am offenen Skelett
Ein Oberkörper trägt viele wichtige Organe in sich, Herz, Lunge, Niere,
Milz und vieles mehr.
Wenn man nun all diese Organe und das Gedärm ein klein wenig
zurechtrückt, so kann man leicht etwas Platz schaffen für ein Zusatzorgan -
das Fellorgan.
Die Lage des Fellorgans
Dieses Fellorgan besteht aus einer Kombination von Drüsen und sonstigen
Einspritzungen und ist dafür zuständig, uns in einen entspannten Urzustand
zurückzubringen. Uns sozusagen auf Null zu schalten.
Von dieser Nullposition aus können wir uns wieder neu aufbauen.
Wenn also alles außer Kontrolle gerät, zivilisatorische
Überbelastungen, Stress, und der gleichen, unerträglich werden, dann schaltet
uns dieses Organ zurück und wir renken uns wieder ein. Das Fellorgan ist natürlich, wie alle anderen Organe nicht von unserem
Willen abhängig, sondern gibt sich ganz seiner vegetativen Neigung hin und
schaltet sich von alleine ein.
Noch bevor wir an die Grenzen unserer Belastbarkeit geraten, erhält das
Fellorgan ein Signal und wandelt uns um. Wir finden uns in nette Fellbekleidung wieder und unbelastet wie Adam
und Eva fangen wir von neuem an.
Nehmen wir zum
Beispiel folgende Situation. Die Eröffnung
einer bedeutenden Ausstellung.
Lauter
wichtige Personen sind anwesend, Leute mit denen sie sonst nie und nimmer einen
Termin bekommen. Sie haben ein
großartiges Projekt in Planung und diese Leute könnten es verwirklichen. Sie raffen all
ihren Mut zusammen versuchen Annäherungen, aber niemand von denen will mit
ihnen reden.
Sie geraten in
Stress, das Signal - zivilisatorische Überbelastung - wird an das Fellorgan gesendet und schon stehen sie mit etwas
Fell bekleidet da.
Sie tragen
einen netten Lendenschurz, aus Fell selbstverständlich und weil die noch nicht so
gut funktionieren wie unsere modernen Unterhosen, baumelt ihr Schwanz ein wenig
heraus.
Der Unsicherheitsfaktor
Eine Dame,
elegant gekleidet, aus den obersten Gesellschaftskreisen kommt zu ihnen. Sie versuchen
ihren Schwanz in den Lendenschurz zu stecken, doch er plumpst immer wieder
heraus.
Sie sagt:
"Hübscher
Lendenschurz aber kann er denn das ganze nicht besser fassen?"
Sie antworten:
"Er tut
was er kann."
Und da plumpst
er wieder heraus.
Die elegante
Dame findet das unheimlich lustig und fängt laut zu lachen an. Sie lachen
auch aus vollem Herzen und hauen der Dame aus lauter Vergnügen kräftig auf die
Schulter. Sie gehen zu
ihrem Chef, hauen ihn auf den Boden und balgen ein bisschen mit ihm herum,
lassen ihn aber gewinnen und machen eine paar Unterwerfungsgesten.
Nachdem sie
das Büfett abgeräumt haben, gehen sie nach Haus und schlafen glücklich und
zufrieden ein. Im Vergleich
dazu, stellen sie sich doch einfach vor, wie der Abend ausgegangen wäre ohne
Fellorgan.
Sehen sie.
Kommt wir
bauen uns ein Fellorgan!
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