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langsam

 

Ein Mann, im Nebel, allein, weit draußen.

Der Weg ist ihm bekannt, er muss diese Landstraße überqueren, sie ist kaum befahren.

Wegen ihrer abseitigen Lage, ist es üblich auf dieser Straße sehr schnell zu fahren.

Nun überquert er die Straße, aber der Nebel - oder was auch der Grund sein mag - es geht alles sehr langsam, so wie es noch nie langsam gegangen ist.

Mitten auf der Straße, spürt er auf einmal, zwischen seinen Beinen einen kühlen Wind. Sein Hosentürl steht offen, er geniert sich, obwohl niemand da ist, will er sein Hosentürl zu machen.

Mitten auf der Straße will er jetzt sein Hosentürl zu machen.

Aber der Reißverschluss klemmt.

Weiß der Teufel warum - und wir können uns sicher sein, er weiß es.

In diesem Moment rast von beiden Seiten, jeweils ein Auto heran.

Weiß Gott, die beiden Autos fahren viel zu schnell - und wir können uns auch hier sicher sein, er weiß es.

Genauso gut wie vorhin der Teufel.

Das eine Auto ist weiß, das andere ist schwarz.

Und was für ein Zufall, es sind beides Mittelklasseautos, der selben Firma und des selben Typs.

Die zwei Autos fahren, in sehr hohem Tempo, bemerken den  Mann, bremsen und stoppen kurz vor ihm.

Der  Mann steht nun zwischen einem schwarzen und einem weißen Mittelklasseautos.

Die Fahrer der beiden Autos steigen aus, winken den Mann zu sich und fragen sehr höflich, ob sie behilflich sein könnten.

Sie bieten ihm an, ihn mitzunehmen.

Sie bemühen sich um ihn, beide Fahrer wollen den Mann in ihr Auto bekommen.

Sie buhlen richtig um den Mann.

Der Mann ist mit seinem Hosentürl noch nicht so weit und reagiert  nicht.

Die Fahrer fangen zu streiten an.

Der Mann reagiert nicht.

Sie versuchen es mit den schönsten Versprechungen.

Der Mann reagiert nicht.

Die Fahrer, als ob sie eine unsichtbare Sperre vor sich hätten, können nicht näher als drei Schritte an den Mann heran. Sie fangen an ihn zu beschimpfen.

Der Mann reagiert nicht.

Sie befluchen sich gegenseitig und donnern unheimliche Flüche auf ihn herab.

Der Mann reagiert nicht.

Außer sich vor Zorn gehen sie zu ihren Autos, schmeißen die Türen zu und fahren weg.

Jetzt schafft es der Mann sein Hosentürl zu zu machen.

Er ist ein wenig stolz, dass er es endlich geschafft hat.

Und wie ein Kalenderspruch, den man gar nicht lesen will aber trotzdem liest fällt ihm ein:

"Taten sagen mehr als 1000 Worte"

Der Mann dreht um, geht ins Wirtshaus und gönnt sich ein Bier.

Er setzt sich zu ein paar Freunden an den Tisch, hört zu was die so reden, und denkt sich, ich wollt doch wo hin, aber wo?

Auch egal, heute oder morgen, wer weiß vielleicht morgen.

 

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